Das verworfene Wort
Aus den Himmeln
stürtzt die Seele
und mein Ich.
Vorworfen hat in meiner Kehle
sich das Wort für dich.
Befleckt den Traum
der auswärts träumt
auf einer Welle Schaum
der sich an Widerstände bäumt.
Im Innern nur die Liebe weiß
das Wort um das ich ringe
ach gäbe es die Seele preis
das Höchste aller Dinge
beflügelte das Wortgeflecht
in unser beider Seelen
mit allem Segen gottgerecht
befreit aus unseren Kehlen.
(C) Edith Maria Bürger
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Geleitwort
Nietzsches Worte:
"Wir haben die Kunst, um an der
Wahrheit nicht zu Grunde zu gehen".
Ich möchte anknüpfen, dass das weite
Feld der Kunst, und gerade die Kunst
des Schreibens, der Wahrheit auch
kritisch ins Auge zu sehen, sie in der
Tiefe der Seele verarbeiten zu können,
um neues objektives Denken, Fühlen
und Handeln in die Realität umzusetzen,
möglich machen kann. Die aus der Lyrik
resultierenden lichtvollen Erkenntnisse und
Betrachtungen transparent zu machen,
sie zu transportieren, einen Nachklang zu
hinterlassen, ist das eine Ziel.
Den Leser und Hörer auf eine Gedankenreise
zu schicken ist das andere, um sich
auf eine eigene, innere Spurensuche
zu begeben.
(C) Edith Maria Bürger
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Ich liebe dich
Drei Worte nur
für Zwei bestimmt
drei Worte nur
so groß so tief
lautgestimmt getönt
wertlos werdend
außerhalb der Seele.
Lass uns im stillen
Winkel dem gedenken
was ohne unser Zutun
uns geschenkt
und flüstern
einem Windspiel gleich
sanft wie eine alte Weise
diese drei Worte nur
ganz lind und leise.
© Edith Maria Bürger
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Begegnung
Ich sitze im Zug nach Nirgendwo,
es glänzet die Sonne,
wie loderndes Stroh.
Träumend ich aus dem Fenster schau,
der Himmel gefärbt,
in himmlischem Blau,
mit Wolken , so weiß,
wie geschwängert, so prall,
bewundernd schau ich,
in`s unendlich All.
Meine Gedanken,
sie schweifen,
als könnt ich` s,
mit meinen Händen ergreifen.
Verklärt erscheint alles im Sonnenlicht,
und ich sehe die Zukunft,
voller Zuversicht.
Meine Gedanken sie schwirren,
durch Blumen, die blüh`n
und ich sehe die Vögel,
die heimwärts zieh` n.
Ich langsam mein Haupt,
wie gesteuert ich wende.
Es haftet mein Blick,
in seinem Gesicht,
als spräche es Bände.
Und alles verzerrt sich,
in nüchternem Grau,
als in das Gesicht
des Alten ich schau.
Er schlafend mir gegenüber mir sitzt,
mein Gemüt unaufhaltsam sich erhitzt.
Als hätt` jede Phase seines Lebens,
Furchen gegraben in seinem Gesicht.
Ich fahr in Gedanken die Linien entlang,
doch such" ich vergebens,
es wird mir sehr bang.
Grabesstille uns langsam umfangt,
der Himmel sich plötzlich mit Grau verhängt.
Er öffnet die Augen,
sein Blick fallt in`s Leere,
als sähe er durch eine Wand,
mir ist's,
ich säße in einer Galeere,
seh' sein Gesicht -
und mir ist' s so,
als hätt` ich's schon immer gekannt.
Die Phantasie mein Augenlicht trübt,
obwohl es sonst
besser geübt.
Schiebt sich vor des Alten Gesicht,
das Gesicht meines Vater' s,
im hellen Licht.
Es kann doch nicht sein,
so plastisch und rein,
die Züge so weich,
er ist doch schon lange im Himmelreich.
Plötzlich erscheint mir der Alte sehr jung,
wie mein Vater, der lebt -
in Erinnerung.
Ich sitze im Zug nach Nirgendwo,
wieder glänzet die Sonne,
wie loderndes Stroh.
Der Zug,
er rattert im Takt vor sich hin,
wie der Herzschlag des Lebens,
doch immer noch such ich vergebens,
nach der Begegnung Sinn.
Der Alte erhebt sich,
mühsam und schwer,
doch seine Augen sind nicht wie vorher,
so müde und leer.
Ein letztes Mal sein Antlitz sich dreht,
ein Hauch von Hoffnung
zu mir herüber weht.
Der Zug, er hält,
auf dem Bahnsteig des Lebens.
Jetzt weiß ich' s,
such' nicht mehr vergebens.
Der Alte steigt aus,
ich seh' sein Gesicht -
und ich fahre nach Haus,
voller Zuversicht.
© Edith Maria Bürger
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Schickt die Geschichte in den Schlaf...
Schickt die Geschichte in den Schlaf!
Sonst schließt sie nie die Augen zu!
Denn alles was die Zeit betraf,
käme endlich nun zur Ruh.
Im Todes - Schrecken der Epochen,
entkam kein Leben unversehrt.
Sie zogen blank bis auf die Knochen,
als wäre nichts mehr lebenswert.
Das Morden sollte niemals enden,
gleich welche Stellung sie bezogen.
Stets ließ man es dabei bewenden,
und niemand fühlte sich bewogen,
jäh dieses Tun zu unterbinden,
obgleich die Wesen im Verfallen.
Doch hieß es einen Weg zu finden,
heraus aus Kugel - Intervallen,
den Lebenslauf mit seinen Tücken,
in seiner Schwere, hart genug,
ihm mit Vernunft zu Leibe rücken,
und mit Geboten ohne Lug und Trug.
© Edith Maria Bürger
| The day after
( Gedanken zu Norwegen und vielen anderen Taten )
Schockgefroren ihre Glieder,
Verständnis, Achtung aufgehängt,
Choräle nun statt schöne Lieder,
des Menschen Seele angesengt.
Warum?, fragt sich des Menschen Geist,
der die Opfer still beweint,
die Trauer tiefe Wunden reißt,
der Schmerz sie stumm vereint.
Das Böse blühte in der Stille,
von niemandem bedacht.
Der mörderische Wille,
entstand nicht nur in einer Nacht.
Warum gab es nur taube Ohren,
Augen, Münder zugeschweißt?
Nun stehen wir verloren,
vor dem, was Tod verheißt.
Das Mahnen nun in unseren Köpfen,
es sollte nimmer ruh`n,
aus diesem Sinn zu schöpfen,
bereichert unser Tun.
Der, der sich im Hass vereist,
die Menschenwürde nie bedenkt,
der im Zorne sich verbeißt,
der wird auf falschem Pfad gelenkt.
Wer noch glaubt an Menschlichkeit,
und die Tugenden verehrt,
sie umsetzt auch in unserer Zeit,
verliert niemals an Wert!
© Edith Maria Bürger
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Hoffnungsschimmer
Eben lachte noch die Sonne,
eben noch das Herz.
Wohlgesonnen auch die Seele,
sie verscheuchte jeden Schmerz.
Nun spült Regen, tropfenweise,
diese kleine Hoffnung talwärts - leise -
in ein bodenloses Nichts.
Sieh, für Augenblicke nur,
zeichnen Farben einen Bogen,
groß und weit,
der zerronnen sanft entschwindet,
in die Unendlichkeit.
© Edith Maria Bürger
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Entdecker ihrer Zeit
Gestern noch sah ich die Schiffe im Hafen,
beladen mit Gold und Gewürzen,
in einem Rahmen, goldumkränzt,
einer Hand voll Menschen, ausgemergelt,
verkrustete Seelen mit wettergegerbter Haut,
vom Salz zerrissenen Lippen,
leeren Augenhöhlen, zahnlos lächelnd.
Karg war wohl das Mahl an Bord,
die Ratten vom schimmelnden Brot gesättigt, blieben,
bis zur nächsten Fahrt, auf hölzernem Schiff,
zerfetzte Fahnen, vom Blut getränkt,
wehten in Schwermut trauernd,
um die Toten, die im Abendrot draußen begraben -
und unter geschwächtem Bug,
gezeitengetreu das wiegende Meer.
Jahr um Jahr-
Um jene Sagen und Mythen,
die sich ranken um Amphoren, Edelsteine
und muschelbesetzten Kadavern,
gilt es zu träumen, auf glattem Spiegel,
darunter die Wracks ihrer Zeit,
darüber lautlos schwimmend, der stählerne Koloss,
gefüllt mit Entdeckern der Neuzeit -
in Sicherheit wiegend.
Sonnengebräunt mit weingekühlten Kehlen,
das überladene Büffet stürmend,
die Jacketkronen das Gesicht überstrahlend,
ziehen sie über die Meere,
beladen mit Gold und Juwelen,
übersättigt vom Dunst der Zeit,
zu neuen Zielen,
in tabulose alte Zeiten,
denen irdischer Glanz anhaftet,
nie endend,
und für Augenblicke verliert sich die Gegenwart,
berührt das Vergessene,
und wohin sich die Blicke auch wenden,
der wandelbare Himmel, farbenreich verklärend,
sein Nachtgewand mit seidigem Zauber übersät...
und im Schleier der Gezeiten
das immer wogende Meer...
© Edith Maria Bürger
|
Danke
Ein kleines Wort
zur rechten Zeit
beschert
dem Nehmenden
viel Glück
es öffnet ihm
das Herz ganz weit
und gibt dem
Gebenden
die stille Freude
gern zurück.
© Edith Maria Bürger
| Erwachen
Ein Zwitschern
zieht über die Lande,
ein Rufen, ein Singen,
ein Sehnen aus innigster Brust.
Ein Vöglein
knüpft zärtliche Bande,
bereitet sein Nestchen
mit emsiger Lust.
Ein Drängen,
ein Wachsen,
ein Werden
sich in der Dunkelheit vollzieht,
erhebt sich aus Mutter Erden,
und die Natur singt dazu
ihr uraltes Lied.
© Edith Maria Bürger
|
Wegbereiter
Nur Er wusste, wo du hinwächst,
mein Kind, nur Er allein.
Noch ungeboren zeichnete Er
deinen Weg, gab das Signal zum Gebären.
Bettete dich auf Heckenrosen,
die säumten deinen Pfad.
Rosig blühend jener Zeit voraus.
Und wir gaben dir die Sporen, ohne Härte.
Deine Freiheit stand nicht auf tönernen
Krügen, die du austrankst,
wenn dir danach war.
Und doch blieb der Nährboden unter dir,
humusreich, erntereich dein Nehmen
und Geben an die, die dich gezeugt.
Mit deinen Händen schöpftest du Eigenes,
zu dem, was in dir wohnte.
© Edith Maria Bürger
|
Abgetaucht
Ein Fell wuchs mir
an einem überwinterten Tag
als ich kalt in dir war
entledigte ich mich des Wuchses
und meiner Gedanken.
Und du hauchtest
Blütenknospen
auf meine Haut
die offenporig entflammte.
Und die aufkommende Nacht
deckte zu
was wir uns offenbarten.
© Edith Maria Bürger
|
Gesetz des Wandels
Schneemüde sinkt der dunkle Ast,
und stöhnend bricht sein Schweigen,
er enthebt sich seiner weißen Last,
befreiend von den schwarzen Zweigen.
Er stellt sich seinem Lebenskreis,
und spürt den Gang der Jahreszeiten,
ein Muss des Wandels ist Beweis,
des Fügens aller Endlichkeiten.
Doch ehe wir die Grenzen überschreiten,
bemerken wir den drohenden Verlust,
der uns gegebenen Kostbarkeiten,
und wird uns dessen Wert bewusst.
Des Lebens knospende Versprechen,
sind den eines Baumes gleich,
sich wehrend gegen allerlei Gebrechen,
und wieder blühend, groß und reich.
© Edith Maria Bürger
|
Saat der Liebe
Ich möchte` in dir
die Liebe säen
fruchtvermehrend
wie das Korn
in satter Erde.
Aufrecht dem Licht
entgegenstrebend
langsam reifend
zu einem Laib werden
um das Brot
mit dir zu teilen.
© Edith Maria Bürger
|
Vergänglichkeit
Nie mehr werden Blumen blüh`n
auf gläserner Leinwand zart verschmelzen
Blattgespinste hingegossen sein
die mit sanftem Pinselstrich geführt
erstrahlten.
Liliengleich der Blüten Kelche
Liliengleich der Kälte Ströme
als wären wir in fremden Gärten
die auf Eises Grund bestellt.
Der Vergänglichkeit bewusst
mit des letzten Atem Hauchs
entrücken wir nun federwarm gebettet
der Eiszeit gern
in watteweich gehüllten Mauern
die von Erinnerung
umrankt erblüh`n.
© Edith Maria Bürger
|
Himmels-Kapriolen
Der Himmel scheint heut` durchgedreht,
ist zickenhaft und sehr labil.
Die Wolkenbänke, abgeweht,
entladen sich immens stabil.
Der Abendlärm ist längst verstummt,
nur Regentropfen trommeln weit.
Wer sich jetzt wagt, der geht vermummt,
noch tapfer durch die Dunkelheit,
mit Hund, der seine Fährte kennt,
(er führt sein Herrchen an der Leine)
nimmt nun Reißaus und überrennt,
verschmähend seine Lieblingssteine.
Ein Schneegestöber bester Sorte,
das Dunkel schnell mit Weiß versieht.
Der Überraschte, hier vor Orte,
schnellstens in Geschütztes flieht.
Das Ganze hinter Glas betrachtet,
lach ich im Warmen unverhohlen,
im Bett, mit Buch, die Zeit missachtend,
pfeif ich auf Himmels-Kapriolen.
© Edith Maria Bürger
|
Der Mutter gleich getan
Ich wollt' es meiner Mutter gleich,
sie füllte Schalen überreich; mit Liebe.
Abgenabelt von der Zeit, gereift,
gewachsen, windgefeit;
wuchs ein Sehnen.
Mich einmal noch zu nähren,
im Felde reicher Ähren,
in gold'ner Schale reifen,
entbinden mich von starren Schleifen;
blieb mein Sehnen.
Meine Sehnsucht tief verborgen,
hoffend auf den lichten Morgen,
gebärend bald mit Lust,
hielt ich mein Kind an meiner Brust.
Ich tat es meiner Mutter gleich,
und füllte Schalen überreich; mit Liebe.
(C) Edith Maria Bürger
| Ende und Anfang
Schneewehen
zerfallen zu Tränen
im Rinnsal vereint
auf dem Weg in die
Vergänglichkeit.
Dazwischen
die Dürstenden
jeden Tropfen verschlingend
beschützen
Ende und Anfang zugleich
und die Zeit flieht nicht
vor dem Augenblick
des Erwachens.
© Edith Maria Bürger
|
Jahreswechsel
Das Jahr ist ausgeblüht
die letzten Blätter
fallen in den Kelch
des Vergessens.
Neue Tage wachsen heran
zögernd noch
in weiß überströmte
Morgen.
Doch bald schon
webt in Neues
Erinnerung
im Fahrwasser
Leben.
© Edith Maria Bürger
| Heimatlicher Herbst
Kälteschwaden
ziehen über brache Schollen
Krähen krächzen
unverhohlen in den
ungeblümten Morgen.
Zaghaft noch
versuchen Sonnenstrahlen
das matte Grün
ein wenig zu polieren
doch der Schatten Spielgeduld
nimmt sich zurück
in tiefen Furchen
in denen sich der Sommer
still verlor.
© Edith Maria Bürger
|
|
Herbstwind
trägt den Rosenduft
des Sommers
mit in seine Zeit.
Blühe Rose
blühe
und nimm dem Herbst
ein wenig
von seinem Sterben.
© Edith Maria Bürger
| Lied des Herbstes
Bald streift des Sommers Atemstoß,
ein letztes Mal die grünen Hügel,
und Ast um Ast verzweigt zum Floß,
treibt nun flussabwärts ohne Zügel.
Die hellen Tage sind schon sinkend,
schleichend kommt der Herbst mit Schatten,
und welken Blättern traurig winkend,
des Sommers Bläue zu bestatten.
Nun stellt die Sichel sich dem Korn,
die Traube füllt als Wein das Fass,
das letzte Reifen strebt nach vorn,
hängt leuchtend Rot im kühlen Nass.
Doch all dem Bunten überdrüssig,
bedient der Herbst sich seiner Zeit,
wirft alles ab, was überflüssig,
und hüllt sich in Verschwiegenheit.
Und steile Winde zieh`n von Osten,
sie kehren Flure weit und breit,
die sonst so grünen Lauben rosten,
schon bald, vor deiner Ewigkeit.
(C) Edith Maria Bürger
|
Weit entfernt singt Ewigkeit
Der Bach übt Sprünge
über Stock und Stein.
Der Sommer hat
ein Feuerwerk entzündet
aus gleißend hellen Nächten
springt die Zeit.
Wir sammeln ein das Bunte
das über uns entleert
von Händen die so sanft
gestreut.
Weit entfernt singt Ewigkeit
nimmt uns vorab
der Dinge Traurigkeit
und hütet unser Lächeln
in der Flüchtigkeit der Zeit.
© Edith Maria Bürger
|
Liebe spricht eine Sprache,
als wäre sie jenseits der Unendlichkeit,
die Schmerz und Glück vereint.
(C) Edith Maria Bürger
|
Ja...
In mir kein leeres Wort,
nur Silben erfüllt von Liebe,
paarig zueinander fließend.
Das " Ja" ohne Für und Wider,
ewiglich.
(C) Edith Maria Bürger
|
Lichtquelle
Freundschaft
ist wie ein Baum
der seine Äste ausstreckt
zum Licht
das ihm Atem verspricht
in Freude und Leid
umarmt
tröstend sein einzelnes Blatt
auf verletzte Wunden legt
und schweigend in sich
für dich dem Sturm beugt
denn seine Wurzeln
haften in dir
wie in mir.
(C) Edith Maria Bürger
|
Zweifellos
Du bist mir Güte
Freundlichkeit und Licht
brennst nicht im bohrenden Zweifel
weißt um uns.
Und in der Stille der Zeit
pulsiert es in uns
Herzschlag an Herzschlag
zerrinnen unsere Ängste
aus Vergangenem
ruhen unter dem samtnen Tuch
ewiger Liebe.
(C) Edith Maria Bürger
|
Das Lied der Glücklichen
Das kleine Lied
ist längst verklungen
und dennoch
schwingt es leicht in mir.
In Kindertagen selbst gesungen
bring ich es heute nun zu dir.
Das Leuchten deiner Augen sagt
dass es dir gut gefällt
das Singen meiner Seele sagt
dass es uns beiderseits erhellt.
Holt Kindertage schwerelos zurück
und trägt nun bei zu neuem Glück.
© Edith Maria Bürger
|
Frühlingstraum
Verträumt ich aus dem Fenster schau,
der Himmel heut in hellem Blau,
die Luft erfüllt von leisem Schwirren,
die ersten Bienen sich verirren.
Im Apfelbaum, dem kahlen,
erwachen von den Sonnenstrahlen,
die jungen zarten Knospen
und recken sich empor,
kleine Blumenelfen summen hell,
im Hintergrund als Chor.
Es öffnet sich ein Meer von Blüten,
in wundersamer Farbenpracht,
nun gilt es jetzt sie zu behüten,
mit meinen Händen zart und sacht.
Von diesem leisen Singen
Und diesem süßen Duft,
erfüllt sich zaghaft nun
die milde Frühlingsluft.
Versonnen ich am Fenster stehe,
noch lange, lange Zeit,
den kleinen Apfelbaum dort sehe,
er leuchtet weit und breit.
So wie er vorm Hause stand,
im herrlich blühenden Gewand,
ja dieser, unser Apfelbaum-
er ist im nächsten Jahr-
leider nur ein Frühlingstraum.
© Edith Maria Bürger
| Aus anderer Sicht
Gestern ging ich hinüber
zum Scheitelpunkt meiner Seele.
Da ich auf der Seite des Dunklen trieb,
fing er mich auf mit gläsernen
Flügeln, und ich sah Verlassenes
mit anderen Augen.
Dieses Hinübergleiten war voller
irrlichtiger Farben, die blieben,
als mich ein Schlummer gefangen
nahm, doch im Erwachen
dem Entfernten nah waren,
und in mir den Wunsch
versagten, noch einmal zu gehen
in eine Welt, die nicht die meine war,
glühend vor Scham.
© Edith Maria Bürger
|
Losgelöst
Der Wind schlug Purzelbäume
paarte federnde Gräser
zum Tanz
umarmte Bäume
zärtlich raunend
trug spielend meine
geduckte Seele
über die Mühsal
vergangener Stunden
und hauchte mich lind
ins zeitlose Vergessen.
© Edith Maria Bürger
|
Heimweh
Wenn die Ähren spät sich neigen
dem Unsichtbaren
dankbar zeigen
der Sonne reifes Abendlicht
sich zauberhaft
in Zweigen bricht
erhebt sich aus
der Seelen Grund
ein Jammertal
das blutend wund
nach Heimweh zehrt
das stets verwehrt
nach der Kindheit
großem Glück
das Gute still begreifend
kehrt niemals
mehr zurück.
© Edith Maria Bürger
|
Jene Melodie
Immer wieder möchte
ich sie hören,
jene Melodie
die mich trägt
in paradiesische Sphären.
Nicht in Flüchtigkeit zerronnen
haftend in mir
wie der Spinne
eingewebtes Mahl.
Sie zu kosten
wenn ich Hunger verspüre
nach deinem Leib
nach deinem Duft
der uns auf Seidenblumen-
blättern trägt
in unsere Sehnsucht.
© Edith Maria Bürger
| Apokalypse Tsunami Dez. 2004 Japan März 2011
Aus der Stille
kam die Offenbarung,
mit aller Macht.
Es folgten Schattenschritte
dem gefräßigen Verhängnis,
das dir dein Liebstes nahm,
doch dich in Wirrnissen verlor.
Blutwund die Stunde,
in der du mit dem Himmel brachst,
wieder und wieder.
Nichts singt nunmehr
deine Kehle hinauf.
In innerer Abkehr
haftet dein erloschener Blick
auf sanfter Welle,
frierend,
im Jenseits von Eden.
(C) Edith Maria Bürger
|
Gezeiten
Tränen
Salz der Seele
Tausende auf Grund geweint
ausgehöhlt von tosenden
Wogen des Leids
ausgezehrt von glühendem
Schmerz verlorener Leben
klaffende Wunden
nähren sich im Abgrund
vernarben im Dunkel.
Oh, blutgetränkte weiße Rose
wann benetzt der junge Tau
die ausgedörrten Seelen
und taucht sie im Ouell der Freude
zu neuem Leben?
(C) Edith Maria Bürger
Im Gedenken der vielen Opfer
| Lenzemond
Noch sind die Gärten leer.
Flammen züngeln lebhaft in den Thermen
Verlängert wird der Aufenthalt in warmen Stuben.
Nur langsam rollt sich der Anfang aus der Stille,
hebt behutsam seine Starre aus den Angeln.
Die Sonne geht etwas unterkühlt an ihr Werk.
Doch regengeschwängerte Wolken haben ein Einsehen,
entleeren sich erst in bedürftigen Weiten.
Das Ansichtskartenblau nimmt in heimischen Gefilden Gestalt an,
und die Sänger der Lüfte stimmen ihre Saiten neu.
Menschelnd die Mimik, wandlungsfreudig gewinnt sie ihr
Lächeln zurück und deutet uns: Es lenzt...
© Edith Maria Bürger
Lenzemond*- März
|
Töne des Verlangens
Pan
spielte sie schon
die Töne des Verlangens
der Melancholie
der Sehnsucht
seicht unter die Haut.
Musiziere
mein Hirte
die wogenden Gräser
stören mit keinem Laut.
© Edith Maria Bürger
|
Angekommen
Verworren gab die Stimme dir ein Zeichen,
lodernd kroch das Blut dir ins Gehirn,
und stellte deine neuen Lebensweichen,
aus einem unzerstörbar festen Zwirn.
Nichts ließ dich an alten Orten halten,
brachst alle Dämme hinter dir entzwei,
der Seelenfraß kam jetzt zum alten
Gerümpel in dem Alltagseinerlei.
Die Grenzen, die dir einst verboten,
überschrittest du mit bitterem Hohn,
du heultest nicht mit den Kojoten,
wie eine Mutter nach verlorenem Sohn.
Das Nichts in dir war plötzlich Insel,
die von niemandem beschnitten,
dein Wille kein erbärmliches Gewinsel:
Gezähmtes Wild, das zäh beritten.
Der Niedergang im Ab und Auf,
der Müll der Hinterlassenschaft,
erwog den strengen Tageslauf,
mit deiner neuen Schaffenskraft,
und rief dir zu: „ Steh ruhig auf!“
(C) Edith Maria Bürger
|
Liebende Herzen
Ich möchte dem Atem lauschen,
der in der reifen Erde wohnt,
dem himmlischsten Rauschen,
das mich redlich belohnt,
mit Farben, im herrlichen Blühen,
wie dein Gesicht, das zart übergossen,
mit rosigem Hauch von sonnigem Glühen,
und Lidern, die sanft geschlossen.
Ich möchte deinem Atem lauschen,
der tief in deinem Innern wohnt,
dem zärtlichsten Seelenrauschen,
das uns beide belohnt,
mit Spüren, im Wachsen und Blühen,
mit Liebe im Herzen innigst verwoben,
mit zärtlichstem Hauch von sonnigem Glühen,
dass wir uns für immer geloben:
Wir möchten unserem Atem lauschen,
der ewig in uns wohnt,
bis zum Ende im seligen Rauschen,
das liebende Herzen für immer belohnt.
(C) Edith Maria Bürger
|
Stille der Stunde
Stimm mir die Saiten meiner Seele,
noch in der Stille dieser Stunde.
Ich höre dich und ich verhehle,
nicht deine Worte aus dem Munde,
der Silben nun zu Taten macht,
und öffne meine Arme weit,
empfange dich noch diese Nacht,
die voller, reiner Zärtlichkeit.
Und wenn der leise Morgenton,
uns selig sterben lassen will,
erhebt sich aus der Liebe Thron,
der Lebenswille in uns still,
der uns in Demut knien lässt,
mit der wir nun das Leben teilen,
wir halten Hand in Hand uns fest,
und lassen Herz an Herz verweilen.
(C) Edith Maria Bürger
|
Unerreichbar
Meer
Freiheit lebst du mir vor
menschengleich dein Bild
klar und rein dein Gesicht
abgründig tief
dunkel die Seele.
Der Sprache mächtig
aufbrausend
sanftmütig säuselnd.
Schlüpfte ich in dein Gewand
könnte ich dir nie
das Wasser reichen.
© Edith Maria Bürger
|
Heimatort
Im Traume hörte ich ein Weinen,
ein Wimmern in der dunklen Nacht,
sah ein Gesicht, gleich dem Deinen,
mit strengen Zügen, leidentfacht.
Ich hielt dir meine Hand entgegen,
ein Ergreifen fiel dir schwer,
du schienst hinweg zu schweben,
im Fallen mehr und mehr.
Doch unsere Seelen tief verbunden,
riefen dich zurück,
erinnernd an die schönsten Stunden,
die einst so voller Glück.
Unsere Hände sanft sich fanden,
ich spürte ins geheim,
bald wird dein Heimweh tief versanden,
und du zu Hause sein.
Dein Kommen werde ich versüßen,
umarmen dich ganz still,
mit schönsten Blumen dich begrüßen,
gesund und munter, so Gott will.
Mein Kind,
nicht Kind mehr ist,
doch du in meinem Herzen,
ein Kind geblieben ist.
© Edith Maria Bürger
|
Dem Meer verbunden
Von tausend Nächten heimgekehrt,
und bittersüßen Nächten,
nun selig schwebend unbeschwert,
auf der Straße der Gerechten.
Die nie in hundert Himmeln lebten,
die blieben an des Mutters Schoß,
die nur die Träume webten,
deren Grenzen uferlos.
Wie gern wär`n sie gegangen,
doch hielt sie fest der eigene Herd,
sie hielten sich selbst gefangen,
und fanden es erstrebenswert.
Sie können nie ermessen,
was es heißt zu gehen,
doch du hast nie vergessen,
wo deine Wurzeln stehen.
© Edith Maria Bürger
|
Das Licht in deiner Hand
Das Licht in deiner Hand,
trage es hinaus in die Welt,
in der Einsamkeit
und Verzweiflung Einzug hält,
Armut den Gipfel erreicht,
die Würde vor Mensch und Natur
sich dem Abgrund nähert.
Denn die Kraft und Wärme
zieht Kreise,
und endet nicht vor deiner Tür.
Das Licht in deiner Hand,
erhellt den Morgen, den Tag,
die Finsternis,
in denen das Wesentliche
einen Namen trägt:
Menschlichkeit.
© Edith Maria Bürger 5.11.010
|
Frage und Antwort
Kann man ein Lachen je vertagen?
Mein Freund, ein Lachen nie!
Oftmals würdest du verzagen,
weil es ständig in dir schrie.
Dein Herz wär `ohne Frage stumpf,
und der Schutzfilm abgehäutet,
es klänge in dir hohl und dumpf,
du fühltest dich nur ausgebeutet.
Bliebe das Lachen uns versagt,
wäre Freude Schall und Rauch,
und auf ein nächstes Mal vertagt,
dann stürbe alles andere auch.
© Edith Maria Bürger
| Lebenswert
Geh` dem Lächeln,
dem Lachen nach,
lasse zu die Freude.
Geh` dem Singen,
den Liedern nach,
lasse zu das Schwingen,
in des Herzens Tiefe,
kraftsuchend –
für das –
was man Leben nennt.
© Edith Maria Bürger
|
Mit dem Herzen sehen...
Still sitzt du da,
mit einem Schleier von Trauer
in deinen Augen.
Dein Schweigen,
ein eiserner Ring,
an dem du dich kettest,
möchte ich mit sanfter Berührung
sprengen,
deine uferlose Traurigkeit
fortspülen,
und mögen unsere Hände
zueinander finden,
unsere Blicke
tief in unsere Herzen tauchen,
wie zwei Gewässer,
die ineinander fließen –
eins werden,
und die Mauer des Schweigens
öffnen.
© Edith Maria Bürger
(aus meinem Buch: Leben ist...)
|
Heimatlicher Herbst
Kälteschwaden
ziehen über brache Schollen
Krähen krächzen
unverhohlen in den
ungeblümten Morgen.
Zaghaft noch
versuchen Sonnenstrahlen
das matte Grün
ein wenig zu polieren
doch der Schatten Spielgeduld
nimmt sich zurück
in tiefen Furchen
in denen sich der Sommer
still verlor.
© Edith Maria Bürger
|
Wenn dein Herbst kommt...
Jung und dynamisch warst du.
Du setztest dir Ziele, die du auch erreichen konntest.
Und die Liebe, die du suchtest, ihr warst du begegnet.
Nicht laut, nicht stürmisch und in der ersten Zeit nur auf rosa Wolken schwebend. Nein, still und leise kam sie daher.
Sie wuchs langsam. Sie öffnete sich dir, wie die ersten Knospen im Frühling.
Und nicht nur du, schöpftest Kraft aus diesem dir gereichten Blütenkelch.
Ihn zu hegen und zu pflegen, war dir eine Lust und mit Freude und Wonne, hattest du die Tage, die Jahre, still genossen.
Mit ebenso viel Liebe bautest du für deine Familie ein Haus aus Stein.
Ein Schutzwall vor der grauen Welt sollte es sein, der du dich zwar nicht ganz verschließen konntest, aber hinter dir fiel eine Tür in' s Schloss und in deinem kleinen Reich, herrschte für dich und euch, Ruhe und Frieden. In deinem Grund und Boden setztest du so manchen Wurzelballen, denen du in jedem Frühling andächtig gegenüber standest, wenn auch nach einem noch so strengen Winter, sich das erste zaghafte Grün andeutete. Dankbar, zeigten sich die Rosen in deinem Garten, die nach jedem Ausschneiden der wilden Triebe, ihre vollkommene Blütenpracht bis in den Spätherbst erhielten.
Nun ist es wieder Herbst.
Und du sitzt mit deiner Liebe auf der kleinen, weißen Bank unter der Hängebirke. Still, die Hände ineinander haltend, schaut ihr der Abendsonne zu, wie sie langsam am Horizont versinkt.
Die Jahresringe , der gegenüber stehenden Eiche, vermögt ihr nicht mehr zu zählen. Die Zeit, ist auch an euch nicht spurlos vorüber gegangen.
In euren Gesichtern spiegelt sich ebenso der späte Herbst, wie ihn die Natur gegeben hat. Nur, dass ihr nicht neu erblüht.
Dennoch seht ihr euch lächelnd an.
Und der zaghafte Händedruck verbindet euch, bis in irgendeinem Herbst, auch eure letzten Blätter fallen.
© Edith Maria Bürger
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Hoffnungsschimmer
Eben lachte noch die Sonne,
eben noch das Herz.
Wohlgesonnen auch die Seele,
sie verscheuchte jeden Schmerz.
Nun spült Regen tropfenweise,
diese kleine Hoffnung
talwärts - leise,
in ein bodenloses Nichts.
Sieh für Augenblicke nur,
zeichnen Farben einen Bogen,
groß und weit,
der zerronnen sanft entschwindet,
in die Unendlichkeit.
(C) Edith Maria Bürger
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Gebet für mein Kind
Mein Kind,
lass ruhig sein,
schlafe selig,
schlafe ein.
Lass in Träumen
dich umarmen,
streichelnd deine
Hand umgarnen,
sanft ummanteln
deine Glieder,
bis der helle Morgen wieder,
nur Liebe dir erbringt,
die nie in Traurigkeit versinkt,
dass dein Leben lange währt,
und dir nur Gutes widerfährt.
Mein Kind,
lass ruhig sein,
schlafe selig,
schlafe ein.
(C) Edith Maria Bürger
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Wir wissen...
Nimmst du dem Meer das Salz –
Weißt du was kommt?
Nimmst du dem Baum das Blatt –
Weißt du was kommt?
Nimmst du dem Tier das Fell –
Weißt du was kommt?
Nimmst du dem Vogel den Bau –
Weißt du was kommt?
Nimmst du den Menschen das Salz –
Weißt du was kommt...
Und die Blätter zum Atmen der Zeit,
das Fell, das den Tieren wuchs,
im Zeichen der Zeit.
Und nimmst du das Dach zum Behüten,
zum Wachsen und Werden,
weißt du,
dass Frieden im Sande verläuft...
Wir wissen, was kommt,
doch wissen wir nicht,
was wir tun.
© Edith Maria Bürger
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Königin der Nacht
Die Knospe des Guten
erblühet rosig in lauer Nacht
in Ungeduld erwartet.
Einmal nur zeigt sie
ihr königliches Gewand
in vormals
nie gesehener Pracht
und bettet sich ein
tief in meine Seele
aus nächtlicher Erinnerung
immerfort;
wie du
meine erste Liebe.
(C) Edith Maria Bürger
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Verbündet
Wenn auch graue Wolken
über mir ziehen
bin ich in Gedanken
die in den Himmel wachsen
bei dir.
Die Größe und Stärke
die uns bindet
atmet Farben
nicht nur einen Sommer.
Die Kraft
die uns kettet
mit Sternenstaub der Nacht
geht uns voran
bereitet mit seinem Licht
unseren Weg
heute und morgen;
in ewiger Liebe.
(C) Edith Maria Bürger
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Sündenfall
Schlangengleich und neckend
ich dir den Apfel reiche
süß und reif
nimmst du die Frucht entgegen.
Lustvoll
deinen Atem trinkend
dem Himmel
Tür und Tor geöffnet
trittst du ein -
und die Suche
nach dem Paradies
nimmt ein Ende.
© Edith Maria Bürger
| Gezeichnet
Er wusste von ihr, dass sie ging,
irgendwann,
den Zeitpunkt nicht selbst bestimmend,
und ein Engel sein würde,
in all seinen Tugenden rein.
Er zeigte ihr noch einmal
den Pfad ihrer Liebe,
die Allee ihrer Träume,
den Quell ihrer Hoffnungen,
der nie zu versiegen schien,
und das kleine Nest,
in dem neues Leben gedieh, so zart,
und bald schon reif zu fliegen.
Und er wusste von ihr,
dass sie wehmütig fragend
in die Weite des Himmels blickte:
Was nützen mir die weißen Flügel,
wenn ich den Wind
nicht mehr spür?...
© Edith Maria Bürger
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Geben und nehmen
Frag nicht, ob wir leben werden,
und ob es ein Erinnern gibt,
wir sind im Paradies auf Erden,
und haben uns erneut verliebt.
Der alte Kampf, der uns entzweit,
das Ich und Du zu wenden,
er ist zum Wir nun heut bereit,
und blüht an allen Enden.
Drum frag nicht, ob wir leben werden,
wir sind wie nie zuvor verliebt,
es ist der Glanz auf unseren Erden,
dass diese Liebe nimmt und gibt.
© Edith Maria Bürger
| Die nie der Liebe sich gebeugt...
Die nie der Liebe sich gebeugt,
sie wissen nichts von dem Versäumten.
Mit sehnsuchtsvollem Blick beäugt,
verfolgten sie die still Verträumten,
die nah an seichten Ufern schritten,
als gingen sie für sich allein,
da half kein innerliches Bitten,
es sollte wohl für sie so sein.
Im Alter nun der Blick zurück,
begehren sie das andere Geschlecht,
erhoffen sich ein erstes Glück,
und werden ihm vielleicht gerecht.
Doch zwischen diesem Ich und Du,
Gemeinsames heraus zu finden,
das sind zwei so verschiedene Schuh`,
die sich im Egoismus winden.
Ob dann im spät erfüllten Sehnen,
zwei Seelen sich trotzdem gewinnen,
entmachtet Zweifler und sagt denen,
sich des Alleinseins zu besinnen.
© Edith Maria Bürger
|
Angekommen
Das Ziel, das du dir einmal steckst,
wird irgendwann erreichbar sein,
und jede Stufe neu entdeckst,
so kehrst du selber bei dir ein.
© Edith Maria Bürger
| Im Himmel der Liebe
( Für Papa )
Leise schließt die Nacht den lauten Tag,
umhüllt die Stille wie die Ewigkeit,
von fern erklingt ein Glockenschlag,
der uns erinnert an die Zeit,
als wir im holden Maientraum,
uns kosten mit vertrautem Munde,
und in des Abends kühlem Saum,
vermählten uns zur späten Stunde.
Wo einst die Stille war wie Ewigkeit,
die Seelen paarte mit vertrauten Händen,
war unser Himmel groß und weit;
er ist, und wird sich niemals wenden.
(C) Edith Maria Bürger
|
Der Worte nicht genug...
Es fielen der Worte nicht genug
damals
beim Abschied.
Im flehenden Singen
des Feuervogels
brach unsere Stimme.
Wir horchten uns
zueinander.
Die Feuer dunkelten
in uns.
Als wir gingen
blieb
sein bittendes Lied
zurück
im wilden Jasmin.
(C) Edith Maria Bürger
|
Selbstfindung
Die Zeit deckt Leben zu mit einem Mantel,
der gelöchert von Erinnerung.
Zu stopfen ihn mit Seidenraupenfäden,
verschönern für den Augenblick,
war nicht im Sinn des Steins der Weisen,
der nur Symbol und einst ein Fels dir war,
der schwerlich zu bewegen.
Erst als er ins Rollen kam,
die Ecken rundete auf deinem Weg,
Schlagloch auf Schlagloch
auf deinen Mantel traf,
erst da begann das Weise,
das dich nicht steinerweichend
weinen ließ.
© Edith Maria Bürger
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Des Wortes Macht
Einst ward uns Leben eingehaucht,
sehr zart -
Ein Wunder der Natur.
Und Tiergestalten jeder Art,
in bunter Vielfalt pur.
Doch der Sprache Form,
Das Wort -
ward zugeteilt dem Menschen nur.
Lernen mussten wir vor Ort,
umzugehen mit dem Wort.
Das süße Wort der Liebe,
kann sein wie ein Gedicht,
doch ist dein Herz nicht ganz dabei,
verliert es an Gewicht.
Das spitze Wort des Hasses,
trifft mitten dich in' s Herz,
wie eine große Wunde,
empfindest du den Schmerz.
Das böse Wort der Lüge
und der Verlogenheit,
erfüllt dich herb mit Bitterkeit.
Doch mit Worten wärest du bereit,
dass man diese dir verzeiht.
Das bittere Wort des Todes,
dein Herz so schmerzlich starr erfüllt,
da hilft das Wort des Trostes,
das dein großes Leid,
wie ein samtnes Tuch einhüllt.
Und stehst du eines Tages,
auf der Schwelle zur anderen Welt,
dann ist es Gottes Wort,
das deinen Blick dorthin erhellt.
Das hoffnungsvolle Wort des Friedens,
für alle Völker dieser Welt,
wird immer nur versprochen,
bis das Beil des Krieges fällt.
Und dieses Wort
vom Völkermord,
verfolgt uns täglich
immerfort.
Ein Wort des Friedens,
ausgesprochen,
ach, wär' es doch an manchem Ort,
nicht nur ein Wort,
dann wäre heut' vielleicht der Krieg
nur noch ein Wort.
So manches Wort zerbricht wie Glas,
wenn wir es führ` n auf Messers Schneiden,
und vieles wär` nicht eine Farce,
wenn wir es würden meiden.
Wir sprechen viele Worte aus,
ob laut, ob leise, oder sacht,
wie wir sie auch dreh' n und wenden,
verlier` n sie nie an Macht.
© Edith Maria Bürger
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Gastgeschenke
Oh. Welt...!
Du unvergleichliche Schöpfung!
Du wechselst Dein Gewand in wundersamer Weise
im unermüdlichen Kreislauf —
Erhellst unsere Sinne —
für das Schöne —
eben neu Geborene —
Lässt es erblühen, wachsen und gedeihen,
für unser aller Kraft.
Du —
der Quell aller Hoffnungen,
beschenkst uns so reich.
Oh, wie gütig und großzügig Du bist !
Haben wir das verdient?
Wo wir doch nur Gast sein dürfen?
Du zeigst uns aber auch Deine Stärke, mit Urgewalten...
Deine Antwort —
auf unsere Undankbarkeit?
(C) Edith Maria Bürger
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Handlungsbedarf
Eine Hand, die dich ergreift,
dir hilft, dass deine Seele reift,
dich hält, in aller größter Not,
ist für sie wie ein Gebot.
Und selbst, wenn alle Zügel fallen,
begreifst du, dass in allem,
seine Hände unsichtbar,
dich halten werden,
immerdar.
© Edith Maria Bürger
|
Mit einem Lächeln
Lass dich in meinem Lächeln fallen,
es gibt uns beiden doch so viel.
Es hält uns fest und trägt in allem,
uns federleicht zum höchsten Ziel.
© Edith Maria Bürger
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Schutzwall
Was weißt du über den Wind, mein Kind ?
Der sanft über Hügel zu streifen vermag,
der lauen Frühlingsnächten Flügel verleiht,
der den Sommer erquickend begleitet,
der dein Haar zerzaust,
wenn du froh lachend deinen papiernen Vogel
in seinem Spiel taumeln lässt,
der in eisiger Kälte an den Läden zurrt,
und du in meinen Armen wiegend,
beschützend den Stürmen gefeit
in Morpheus Reich versinkst....
Dort draußen, mein Kind,
wo Stürme der Macht entfachen,
im Sturm dein Herz erobert, gebrochen wird,
und Stürme den stärksten Baum entwurzeln ?
Komm, mein Kind,
halte noch für einen Augenblick
die Tür verschlossen.
© Edith Maria Bürger
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Schlage die Trommel...
Schlage die Trommel!
Gib dem Mund die Sporen,
dass sie forttragen, die Saat,
die Unausgesprochene,
die nicht in Verschwiegenheit
verfällt, schneemüde dahintreibt,
ins Uferlose, nie ankommend.
Doch das Benannte,
als Ankommende unterwegs,
das in dir in Wehmut
getragene Wort,
das du dieses Unausgesprochene,
nun Geschriebene, hörbar, fühlbar,
gewagt hast zu verbreiten,
zur Verständigung - lebt.
Schlage die Trommel,
fürs Verschwiegene,
fürs Unwiederbringbare,
für das verdichtete Wort...
© Edith Maria Bürger
|
Stillgelegt
Da war noch das Kind
das lachte und sang
nicht lange –
da schwieg es geschwind
im Herzen ganz bang.
Gefügt in Bewegung
mit hartem Ton
gebeugt von Vergebung
erntet es Hohn.
Schweigend im Hort
wehrlos entblößt
kein Mensch vor Ort
der die Zügel löst.
Sein Augenpaar schreiend
will niemanden sehen –
still weint es befreiend –
wird nie sein gebrochenes
Rückgrat verstehen.
© Edith Maria Bürger
|
Auf dem Ast des Verderbens
Nichts ist von Stille hier umgeben,
Laut um Laut im Gleichgewicht,
kein Lächeln steht im Widerstreben,
von Angesicht zu Angesicht.
Das Wort, es fliegt von Mund zu Mund,
im Widerhall der Laubenhecke,
die Lippen geben Buntes kund,
und Trauriges bleibt auf der Strecke.
Und oben auf dem Ast, der braunt,
(er war im Frühjahr schon veraltet)
sitzt eine Amsel, frohgelaunt,
die frisch ihr Solo selbst verwaltet.
Aus dem Gesang, entsteht ein Wispern,
der Ast entzweit sich ohne Halt,
im Gebälk beginnt`s zu knistern,
das auf die Ahnungslosen knallt.
Drum merke, wenn du gut gelaunt,
im Freien sitzt, dann schau nach droben,
mit der Gewissheit, unerstaunt,
nicht alles Gute kommt von oben.
© Edith Maria Bürger
|
Unvollkommenheit
Und wenn die Welt vollkommen wäre
gäbe es kein Schwarz und Weiß zu unterscheiden
Rot und Gelb im Farbton bliebe
und das Kind im Kindsein reifte
den Baum nicht schnitt
und seiner Wurzeln Kraft entzöge
der Blume Kelch schon köpfte ehe er erblüht
brauchten wir nicht Toleranz zu üben
akzeptierten unser Sein und Werden
gleich jeglicher Gestalt.
Da der Mensch mit seinem Geist
verändern will die Welt
den Menschen seiner Haut entblößt
des Flusses Bett sein Eigen nennt
ohne der Vernunft Gehör nur zu verleihen
ist dieses Maß der Dinge
mit vorgegebenen Wert
ein schwierig Unterfangen
nicht nur in unserer Zeit.
Doch lernen lehren
dieses Tun wir mit Bedacht
ganz leis` und still
mit offenen Ohren Augen
wäre unsere Welt
vielleicht vollkommen.
© Edith Maria Bürger
|
Liebende
Zwei weiße Segel
im tiefblauen Meer
auf tönenden Wellen
sich wiegen
verschmelzend
wie Liebende eins.
Im Weben des Windes
wölbend die Wolken
entschwebend
wie Liebende eins.
Im Windschatten
schützend umschlungen
trunken auf Wogen
des Glücks
nehmend und gebend
sich findend
Liebende
bodenlos eins.
© Edith Maria Bürger
|
Reiseziele
Deine Reise ist noch
nicht zu Ende.
Du wirst noch reiche
bunte Wiesen blühen sehen
und Früchten der Zeit
deine Beachtung schenken.
Doch spürst du mit
wachsendem Weben
dass die Blätter des Herbstes
farblos dahin wehen
und Bäche im Wiesenrain
im sprudelnden Klang
in sich gehen
als vernähmen sie den neuen
Zufluss himmlischer Tränen
der die gestauten Kiesel auftürmt
zu einem neuen Haus
das im Grund
von Frieden erfüllt ist.
© Edith Maria Bürger
| Farben des Sommers
Leiser Wind umspielt das Brot des Sommers
prall gefüllt winkt es zur Ernte
sanft wiegen Blütenköpfe sich
trunken dem Sonnenlicht entgegen
die letzte Wärme ahnend
sinken sie bald seufzend nieder
hoffend auf uns
dieses Bildnis zu bewahren
wärmend im Herzen
vielleicht mahnend auch
zeigen sie
wenn graue Nebel über kühle Erde streifen
wird Dunkelheit nicht gleich zur Nacht.
© Edith Maria Bürger
|
Aufbruch II
Die Nacht entzieht sich sacht der Stille.
Vereinzelt blinken Sterne auf
Morsezeichen gebend für den Tag.
Lidschwer sein Öffnen.
Noch ist er unbetreten.
Den Lüften aber entlockt es ein Schwirren.
Häuseraugen zeigen sich öffentlich
lichtmatt schwächelnd im frühen Grau.
Schon bald bestimmen besohlte Füße
den Takt auf Stufen und Straßen.
Und die Stundenzeiger eilen ihnen voraus
das Lichtmeer zu öffnen.
© Edith Maria Bürger
| Der Tag neigte sich...
Der Tag neigte sich...
und mit ihm verblieb der Duft
von frischem Heu in meinen Haaren...
im Apfel die Sünde schmeckend...
im Baum die Verführung spürend
ihn zu erklimmen...
die Füße nie schmerzend
wenn ich barfuss
über Stoppelfelder lief...
Der Tag neigte sich...
und durch die Sohlen
meiner Schuhe
spüre ich jeden Stein.
(C) Edith Maria Bürger
|
Das Wahre in uns...
Eines Tages wird unsere Zeit um sein,
vom Leben, Lieben,
und geliebt zu werden,und unter dem
kleinsten Hügel finden wir Ruh.
Wurzeln werden uns greifen,
kalt, erdig verbunden.
Eines Tages wird unsere Zeit um sein,
den Wurzeln beschnitten,
strahlt nur noch das
warmherzige Rot der Blüten,
vielleicht, das der Rose,
die du so liebtest,
vielleicht erinnert sich der,
der dich liebte
und weckt sich selbst
im Farbenspiel der Erinnerung:
Leben, lieben, geliebt zu werden,
und spürt,
das Wahre ist noch nicht erfroren.
(C) Edith Maria Bürger
|
Melancholie
Das im Abendwind Geweinte
sog die Nacht behutsam auf
ließ aus deiner Tränen Last
Kristalle pur zurück
die im Morgenglühen
dir die Schwere
deiner Lider nahm
dein Augenlicht
im Seelenglanze tauchte
vergessend welches Lied
das voller Schwermut
auf der Balalaika klang.
© Edith Maria Bürger
|
Gebet an die Hoffnung
Sehnsuchtsvoll Gedanken fliegen,
über Wiesen, weite Felder,
stimulieren mich und siegen,
über Tiefen dunkler Wälder,
suchen in der Seelenhülle,
noch ein flackernd helles Licht,
dass sich ein hoher Traum erfülle,
und nicht wie Scheiterhaufen bricht.
Oh, lass mich fliegen in Gedanken,
weit über mich hinaus,
bring den Funken nicht ins Wanken,
er ist mir Herz und Haus,
das gemauert ist in Festen,
und Seelenkriege übersteht,
und nicht in Ruinenresten,
vom Wind verweht,
verweht...
(c) Edith Maria Bürger
| Hinter dem Glück
Dort, wo sie Orte bauten,
hinter dem Glück,
sehe ich nur Schatten.
Augen, trauerumflort,
lichtschwer verborgen.
Winkel, die nie die Himmelsbläue
ahnen, verklärte Abende,
ohne lebhaftem Gesicht.
Gemeinschaftslos
streunen sie in Abgelegtem
um Verwertbares.
Abgesondert,
nur Raum suchend
um sich selbst
und schutzlos vor dem Schatten,
geben sie sich ohne zutun
schonungslos preis.
© Edith Maria Bürger
|
Mantel der Liebe
Was wär' ich ohne dich,
ohne dieses Sehnen ?
Was wär' ohne dich,
ohne diese Wärme ?
Beschützend,
einem Mantel gleich,
geteilt mir dir,
gehen wir mit ihm
unseren Weg.
Verschlissen mag er sein,
nur äußerlich,
für andere Augen,
jedoch für uns -
in Dankbarkeit,
jahrzehnte lang getragen.
(C) Edith Maria Bürger
|
Hervorholen
die Liebe
das Lachen
die Menschlichkeit
das Überbordgeworfene
Nichtiggewordene
in uns
um uns
für uns
mit uns
wieder.
© Edith Maria Bürger
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